Formen von Gewalt

Gewalt kann schon bei einer Grenzverletzung anfangen und sich steigern bis zu einer Misshandlung:

Grenzverletzung

Eine Grenzverletzung  geschieht oftmals aus Versehen. Menschen unterscheiden sich dahingehend, was sie als Grenzverletzung empfinden. Es kann z.B. sein, dass dein Bruder die Küsse deiner Oma nicht schlimm findet, dir das aber nicht gefällt. Es heißt aber nicht, dass dein Empfinden dadurch falsch ist. 

Es gibt eine körperliche Grenze und auch eine seelische Grenze.

  • Eine körperliche Grenzverletzung ist immer dann spürbar, wenn dich jemand berührt, und sich die Berührung nicht gut anfühlt. Zum Beispiel kann es sein, dass du Knutschküsse von Oma immer total eklig findest-dann überschreitet die Oma eine körperliche Grenzen. Ein gutes Beispiel hierfür ist die Katze: Die Katze kommt nur zu dir wenn sie das auch möchte, wenn sie keine Lust auf kuscheln hat, geht sie wieder. Akzeptiere auch du wenn jemand nicht so viel Nähe mag.
  • Eine seelische Grenzverletzung kannst du dann spüren, wenn jemand was über dich und/oder deinen Körper sagt und du dich verletzt und oder beschämt fühlst. Zum Beispiel kann es sich richtig doof anfühlen, wenn dein Opa feststellt, dass dir ja langsam Brüste wachsen und man durch das T-Shirt „schon süße Nippelchen“ sieht. In dem Moment verletzt der Opa deine seelische Grenze.

Sexualisierte Übergriffe

Sexualisierte Übergriffe passieren nicht zufällig oder aus Versehen, sondern extra. Wichtig ist hier die Absicht die der Täter oder Täterin dahinter versteckt. Dass du dich wehrst oder jemand anderes das Geschehen des Täters oder der Täterin kritisiert, interessiert den Täter oder die Täterin gar nicht, dieser setzt sein Vorgehen einfach fort.

Beispiele hierfür wären, dass jemand dir die Hose runterzieht oder deinen Bikini öffnet. Ebenfalls wiederholt der Täter oder die Täterin vermeintlich zufällige Berührungen von Brust, Po oder Genitalien. 

Sexualisierte Übergriffe sind häufig sogar strafbare Handlungen. Nach den Gesetzen in Deutschland sind folgende Handlungen, weil sie sexualisierte Handlungen mit Kindern sind, strafbar. Dazu zählen:

  • Anfassen, anfassen lassen oder zeigen der Genitalien
  • Zungenküsse
  • versuchte oder vollendete Vergewaltigung im Intimbereich
  • das Zeigen von Pornos
  • Aufforderung von Kindern und Jugendlichen zu Nacktaufnahmen vor der Webcam
  • sexuell getöntes Bedrängen
  • Fotografieren beim Duschen oder peinliche Aufnahmen von dir zeigen, posten oder mailen 

Sexualisierte Gewalt

Alle Formen sexualisierter Gewalt geschehen mit Absicht. Viele Formen sexualisierter Gewalt sind strafbar. Sexualisierte Gewalt ist ein Verhalten von einer Person, dass Dich körperlich oder seelisch verletzt. Bei sexualisierter Gewalt verletzen Erwachsene, andere Kinder oder Jugendliche Deine persönliche körperliche oder seelische Grenze. Bei sexualisierter Gewalt nutzen andere Menschen es aus, dass sie glauben mehr zu sagen zu haben als Du. Sie benutzen Dich, um sich selbst mächtiger zu fühlen. 
Gewalt kann unterschiedliche Formen annehmen. Man unterscheidet grob zwischen den folgenden Gewaltformen: 

Körperliche Gewalt 

Unter körperlicher Gewalt versteht man, dass jemand dich zum Beispiel mit Ohrfeigen, Schlägen, Tritten, Stößen, Würgen, Fesseln, Beißen, Angriffe mit Waffen aller Art oder mit Gegenständen verletzt.

Psychische Gewalt

Unter psychischer Gewalt versteht man, dass jemand dich zum Beispiel mit Drohungen, Beleidigungen, Demütigungen, Anschreien, Erpressen, Schuldzuweisungen, Lächerlich machen und Erniedrigen verletzt.

Soziale Gewalt 

Unter sozialer Gewalt versteht man, dass dich jemand von deinem Umfeld isoliert. Das kann jemand erreichen, indem er dir Kontakte zu Freunden oder Freundinnen verbietet. Oder aber dir die Möglichkeit nimmt, Kontakt zu diesen zu halten. Das kann zum Beispiel dadurch geschehen, dass du nicht telefonieren darfst.

Stalking/Cyber-Stalking

Unter Stalking versteht man, dass jemand eine Person permanent beobachtet und nervt. Zum Beispiel durch ständige Telefonanrufe (Telefonterror), Zusenden von Briefen, E-Mails und SMS-Nachrichten oder Geschenken.  Oder aber jemand verfolgt eine Person ständig oder beobachtet das eigene Haus.

Es gibt noch eine andere Art von Stalking, das Cyber-Stalking. Dort handelt der Täter oder die Täterin wie bei dem normalen Stalking, bleiben aber eher anonym.

Mobbing/Cyber-Mobbing

Mobbing ist ein Ausdruck dafür, wenn einer oder mehrere einem einzelnen das Leben schwer machen. Das kann bedeuten, dass jemand andauernd belästigt, beschimpft oder auf andere Weise geärgert wird. Typisch für Mobbing ist es, etwas Falsches über jemanden zu behaupten, ihn ständig zu kritisieren oder absichtlich nicht mehr mit jemandem zu sprechen.

Das kann in der Schule passieren, am Arbeitsplatz, im Sportverein oder auch im Internet zum Beispiel über WhatsApp, Snapchat, Facebook, Instagram, Twitter oder Onlinespiele. Mobbing im Internet wird auch Cybermobbing genannt.

Bei Cyber-Mobbing werden oft  verfälschte, peinliche oder offenherzige Bildern, Videos oder Informationen übers Handy oder Internet verschickt.

Digitale Gewalt

Wenn Gewalt, auch sexualisierte Gewalt, über digitale Medien ausgeübt wird, spricht man von digitaler Gewalt. Täter und Täterinnen versuchen hier aus der Anonymität heraus, mit Mädchen und Jungen Kontakt aufzunehmen mit dem Ziel, diese online oder offline sexuell zu missbrauchen.

Außerdem kannst du im Internet auch Zugriff auf gewalttätige Inhalte bekommen. Hier ein paar Gewaltbeispiele in Bezug auf Medien:

  • Videos von Unfall- und Kriegsopfern, 
  • Videos mit extremer Gewalt gegen andere Kinder 
  • Spiele mit gewalttätigem Inhalt (meistens ab 16 oder 18 Jahren) 
  • Filme mit gewalttätigem oder deinem Alter unangemessenen Inhalt
  • Frei verfügbare Pornografie