6 Tipps, um Dich vor Gewalt zu schützen

Jetzt hast du also gelernt, dass man Menschen, die Kindern Gewalt antun, Täter oder Täterin nennt. Du hast auch gelernt, dass Täter oder Täterin ihr Vorhaben planen und dabei bestimmte Vorgehensweisen haben. Kinder sind niemals schuld, wenn sie Gewalt erleben. Kinder können aber lernen, sich zu schützen. Wenn du genau weißt, was deine Rechte sind und du auch weißt, dass du dich wehren darfst und Nein sagen darfst, wird es schwieriger für einen Täter oder einer Täterin, dir Gewalt anzutun. Das heißt aber nicht, dass wenn dir was passiert ist, du einfach hättest Nein sagen müssen. Manchmal schreckt leider auch den Täter oder der Täterin nicht ab. Dennoch kannst du einiges tun, wenn dich jemand doof anfasst, anguckt, beschämt, bedrängt oder Ähnliches. Hier haben wir wichtige Informationen für dich: 

Dein Körper gehört nur Dir!

Niemand darf dich anfassen, küssen, streicheln oder umarmen, wenn du das nicht möchtest. Es darf auch niemand von dir verlangen, jemand anderen anzufassen, zu küssen, zu streicheln oder zu umarmen, wenn du das nicht möchtest. 

Trau Deinem Bauchgefühl!

Kinder können oft spüren, dass sie ein Verhalten von jemandem doof finden! Eine Umarmung kann etwas sehr Schönes sein, dann fühlt man sich ganz wohlig und warm. Eine Umarmung kann sich aber auch ganz blöd anfühlen, irgendwie eklig und erzwungen. Du kannst den Unterschied spüren und darfst deinem Bauchgefühl trauen!

Du darfst NEIN sagen und dich wehren!

Wenn jemand etwas gegen deinen Willen mit dir macht, darfst du NEIN sagen. Menschen können auf unterschiedliche Arten Nein sagen. Manche gehen einfach weg, manche sagen laut und deutlich „Nein“ oder „Lass das!“, andere verschränken vielleicht die Arme vor der Brust oder schauen ganz böse. Du hast ein Recht darauf, dass dein NEIN respektiert wird. 

Es gibt gute und es gibt schlechte Geheimnisse!

Schlechte Geheimnisse darf man weiter erzählen! Das ist kein Petzen! Gute Geheimnisse machen ein schönes Gefühl. Sie sind aufregend und kribbeln im Bauch. Ein gutes Geheimnis ist zum Beispiel das Geburtstagsgeschenk für eine Freundin oder die Überraschungsparty für deine Mama.

Es gibt aber auch schlechte Geheimnisse. Schlechte Geheimnisse machen ein doofes Gefühl – ein schlechtes Geheimnis kann dir zum Beispiel Angst machen oder dich traurig machen. Ein schlechtes Geheimnis kann zum Beispiel sein, dass euer Sportlehrer den Mädchen immer an den Po fasst.

Schlechte Geheimnisse darf man weiter erzählen. Das ist kein Petzen! Wenn du mehr über gute und schlechte Geheimnisse wissen willst, kannst du hier ein Quiz machen:

Du darfst Dir Hilfe holen!

Wenn dir jemand wehtut, du dich bedrängt fühlst oder dir jemand unheimlich ist, kannst du dir Hilfe holen. Du kannst Menschen, denen du vertraust, erzählen, was du erlebt, gesehen oder gefühlt hast.

Du hast ein Recht darauf, dass Erwachsene dir helfen. Weil es sehr schwierig sein kann, über Gewalt zu reden, kann es sein, dass du nicht so richtig weißt, wie du dir Hilfe holen kannst. Wenn dir jemand nicht glaubt oder nicht hilft, dann rede mit anderen Menschen, du darfst hartnäckig bleiben, bis dir jemand hilft.

Du hast keine Schuld an dem, was dir passiert (ist).

Menschen, die Kindern Gewalt antun, versuchen oft, den Kindern die Schuld dafür zu geben, was sie mit dem Kind machen. Kinder haben aber niemals Schuld daran, wenn ihnen Gewalt angetan wird. Auch nicht, wenn du beispielsweise Geld, Geschenke oder besondere Aufmerksamkeit oder Zuwendung von dem Täter oder der Täterin angenommen hast.

Es kann auch sein, dass dir anfangs die Nähe gefallen hat, der Täter oder die Täterin dann aber weiter ging und etwas gemacht hat, was du nicht mehr wolltest. Auch dann trifft dich keine Schuld, nur weil du vielleicht das Eine noch wolltest, das Andere aber nicht mehr.