Gewalt erkennen

Menschen, die Kindern Gewalt antun, nennt man Täter oder Täterin. Täter oder Täterinnen sind oft Menschen, die die Kinder kennen. Das können z.B. Erwachsene aus der eigenen Familie sein (Eltern, Großeltern, Tante, Onkel), Lehrer, Lehrerinnen, Erzieher oder Erzieherinnen, Trainer aus dem Sport, Betreuer oder Betreuerinnen einer Jugendgruppe, der Nachbar oder die Nachbarin von nebenan. Die meisten Täter oder Täterinnen kennen die Kinder, nur ganz wenige Täter oder Täterinnen sind für die Kinder fremde Personen. Die meisten Menschen, die eine solche Tat begehen, sind männlich. Es gibt aber auch Frauen, die Gewalt gegen Kindern ausüben. Ein Täter oder eine Täterin kann sogar eine sehr beliebte und schlaue Person sein, von der man niemals denken würde, dass er so etwas tun kann. Man kann es Erwachsene also nicht ansehen, ob sie gefährlich sind oder nicht.

Woran aber kannst du merken, dass etwas nicht stimmt? 

  1. Kinder können oft spüren, dass sie ein Verhalten von jemandem doof finden! Eine Umarmung kann etwas sehr Schönes sein, dann fühlt man sich ganz wohlig und warm. Eine Umarmung kann sich aber auch ganz blöd anfühlen, irgendwie eklig und erzwungen. Du kannst den Unterschied spüren und darfst deinem Bauchgefühl trauen!  
  2. Täter oder Täterinnen versuchen oft geheim zu halten, was sie Kindern antun. Sie verbieten den Kindern darüber zu reden oder drohen sogar schlimme Dinge an, wenn das Kind doch darüber redet. Wenn Erwachsene von dir verlangen, etwas nicht weiter zu sagen, und du dabei ein richtig doofes Gefühl hast, könnte das ein Hinweis darauf sein, dass hier etwas nicht stimmt.
  3. Täter oder Täterinnen machen Kindern Schuldgefühle. So sagen Täter oder Täterinnen zum Beispiel, dass sie so einsam sind und das Kind sie jetzt nicht auch noch verlassen könne. Oder sie reden dem Kind ein, es habe das doch so gewollt. Kinder sind niemals schuld daran, wenn ihnen jemand Gewalt zufügt.
  4. Täter oder Täterinnen bevorzugen oft das Kind, dem sie Gewalt antun. Das ärgert dann die anderen Kinder (beispielsweise einer Klasse oder eines Sportvereins), die sich benachteiligt fühlen. Dadurch wird das vom Täter oder Täterinnen bevorzugte Kind bei seinen Spielkameraden unbeliebt. Das macht es dem betroffenen Kind schwerer, sich an jemanden zu wenden und sich Hilfe zu holen. Wenn du ständig von einem Erwachsenen bevorzugt wirst, kann sich das richtig doof anfühlen, vor allem wenn dich dafür deine Freunde oder Klassenkameraden/ Geschwister beneiden und dich ausschließen. Das könnte eine Strategie vom Täter oder Täterinnen sein.